Die Qilin Ransomware Group gehört zu den Cyberbedrohungen, die Unternehmen und Organisationen weltweit unter Druck setzen. Die Gruppe verschlüsselt die Systeme ihrer Opfer, stiehlt vertrauliche Daten und erpresst Lösegeld. Mehrere Sicherheitsbehörden, darunter das BSI und das Bundeskriminalamt, ordnen sie inzwischen den relevanten Akteuren im Ransomware-Umfeld zu.
Wie die Hackergruppe vorgeht, welche Branchen besonders im Visier stehen und mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Organisation absichern, erfahren Sie im Folgenden.
Bei der Hackergruppe Qilin handelt es sich um eine Cybercrime-Gruppierung, die nach dem Prinzip Ransomware-as-a-Service arbeitet. Die Gruppe stellt ihre Schadsoftware und die nötige Infrastruktur sogenannten Affiliates zur Verfügung. Diese führen die eigentlichen Angriffe durch und führen im Gegenzug einen Teil der erpressten Gelder an die Betreiber ab. Ihren Ursprung hat die Gruppe im Juli 2022 unter dem Namen Agenda. Im September 2022 benannte sie sich in Qilin um, eine Bezeichnung, die auf ein Fabelwesen der chinesischen Mythologie zurückgeht.
Eine US-amerikanische Sicherheitsbehörde ordnet die Qilin Ransomware Group einem mutmaßlich russischsprachigen Umfeld zu und stuft sie als finanziell motiviert ein. Ab Ende 2023 warb die Gruppe in einem Hackerforum aktiv um neue Affiliates und schloss Ziele in den GUS-Staaten ausdrücklich aus. Technisch tritt Qilin breit auf. Die Ransomware ist in den Programmiersprachen Golang und Rust geschrieben und zielt in erster Linie auf Windows-Systeme. Zusätzlich existiert eine Linux-Variante, die VMware-ESXi-Server angreift.
Ein Angriff der Qilin Ransomware Group verläuft in mehreren aufeinander aufbauenden Phasen. Auffällig ist die Arbeitsteilung der Gruppe: Den ersten Zugang zu einem Netzwerk verschaffen sich die Angreifer nicht in jedem Fall selbst, teils erwerben sie ihn von spezialisierten Akteuren. Die Kompromittierung eines Zielnetzwerks folgt dabei oftmals diesen Phasen:
Viele dieser Einfallstore beruhen auf offenen Schwachstellen und unzureichend abgesicherten Zugängen. Wer seine Angriffsfläche kennt, kann diese Lücken schließen, bevor sie zum Problem werden. Ein prüfender Blick von außen, etwa durch einen Pentest, deckt solche Schwachstellen unter realistischen Bedingungen auf, bevor Angreifer sie finden.
Die Opferauswahl folgt weniger einem festen Muster als der Gelegenheit. Sicherheitsanalysen beschreiben das Vorgehen der Qilin Ransomware Group als opportunistisch: Die Hacker schlagen dort zu, wo sich eine Lücke auftut. Auf ihrem Leak-Portal war die Fertigungsindustrie am stärksten vertreten; dahinter folgten Rechts- und Beratungsdienstleistungen sowie der Finanzsektor. Betroffen sind Organisationen weltweit, mit dokumentierten Fällen unter anderem in den USA, Kanada und Großbritannien.
Der DACH-Raum steht ebenfalls im Fokus. Für Deutschland dokumentiert das Bundeskriminalamt einen Angriff auf die Media Broadcast Satellite GmbH aus Usingen, bei dem die Täter nach eigenen Angaben 870 Gigabyte Daten erbeutet haben wollen. Im März 2026 meldete die Partei Die Linke einen schweren Cyberangriff und erklärte, es lägen Hinweise auf eine Beteiligung der Qilin-Hackergruppe vor.
Die ZipLine-Kampagne, über die Qilin Zugänge bezieht, nimmt vor allem Betriebe der kritischen Fertigung und exportorientierte Mittelständler ins Visier. In Österreich bestätigte das nationale CERT mehrere Vorfälle, aus der Schweiz wurde ein weiterer Vorfall gemeldet. Wie gravierend die Folgen ausfallen können, zeigte ein mit der Qilin Ransomware Group in Verbindung gebrachter Angriff auf einen britischen Dienstleister für Bluttests und Diagnostik: Mehrere Londoner Krankenhäuser mussten Operationen absagen.
Ein Angriff durch Qilin beginnt fast immer dort, wo Systeme verwundbar oder Zugänge schlecht abgesichert sind. Diese Einfallstore lassen sich mit überschaubaren Mitteln deutlich verkleinern. Wirksam ist ein vorbeugender Ansatz, der bekannte Lücken frühzeitig behebt und der Hackergruppe so ihre wichtigsten Hebel nimmt. Die folgenden Maßnahmen haben sich gegen Ransomware-Angriffe bewährt:
Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen senken das Risiko eines erfolgreichen Ransomware-Angriffs erheblich. Vollständig ausschließen lässt sich ein Sicherheitsvorfall jedoch nicht. Deshalb gehört zu einer belastbaren Sicherheitsstrategie auch ein vorbereiteter und eingeübter Umgang mit dem Ernstfall.
Wenn der Verdacht auf einen Angriff besteht oder Qilin bereits Systeme verschlüsselt hat, beeinflusst das weitere Vorgehen maßgeblich das Ausmaß des Schadens. Unkoordinierte Eingriffe in betroffene Systeme können wichtige digitale Spuren verändern und die spätere Aufklärung erschweren. Ein vorbereitetes Vorgehen hilft Unternehmen dabei, den Vorfall einzuschätzen, seine Auswirkungen zu begrenzen und die Wiederherstellung strukturiert einzuleiten.
SySS begleitet Sie in jeder Phase eines Sicherheitsvorfalls. Im Idealfall beginnt diese Unterstützung bereits vor dem Ernstfall, etwa mit dem Aufbau verlässlicher Incident- und Krisenmanagementprozesse sowie eines verteidigungsfähigen Netzwerks. Bei einem laufenden Angriff steht Ihnen unser Team aktiv zur Seite, unterstützt das Incident Management und arbeitet dem Krisenstab mit technischer und methodischer Kompetenz zu.
Parallel dazu erfasst und analysiert die IT-Forensik relevante Spuren. Unsere Fachleute werten unter anderem Datenträger und Logdateien aus, untersuchen verdächtige Netzwerkaktivitäten und helfen dabei, den Ablauf des Angriffs nachzuvollziehen. Für die gerichtsverwertbare Auswertung digitaler Beweismittel verfügt SySS über ein eigenes, umfassend ausgestattetes Forensik-Labor, das eine effiziente Bearbeitung unterschiedlicher Vorfälle ermöglicht.
Die Methoden von Qilin verändern sich, doch die Grundlagen eines wirksamen Schutzes bleiben gleich: bekannte Lücken schließen und für den Ernstfall vorbereitet sein. An dieser Stelle setzt SySS an. Seit über 28 Jahren begleitet das Unternehmen Organisationen im DACH-Raum beim Aufbau ihrer Widerstandsfähigkeit. Als einer der führenden Anbieter für Pentests verbinden über 100 IT Security Consultants technische Tiefe mit herstellerneutraler Analyse und machen Schwachstellen sichtbar, die der Qilin Ransomware Group sonst als Einfallstor dienen.
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