Ein Brand in einer Fabrik für Kampfdrohnen in Polen sorgt aktuell für Aufmerksamkeit. In dem Werk des Rüstungsunternehmens WB Electronics brach Ende August 2026 in der Nacht ein Feuer aus. Verletzt wurde niemand, die polnischen Sicherheitsbehörden und der Inlandsgeheimdienst ABW nahmen jedoch Ermittlungen auf. Auch ein möglicher Sabotageakt wird untersucht, wobei zum jetzigen Zeitpunkt ausdrücklich noch nicht feststeht, ob tatsächlich Sabotage die Ursache des Brandes war.
Der Vorfall reiht sich in eine zunehmend angespannte Sicherheitslage in Europa ein. Behörden und Sicherheitsorgane warnen seit einiger Zeit vor hybriden Bedrohungen, bei denen neben Cyberangriffen und Spionage auch physische Sabotage eine immer größere Rolle spielt. Besonders betroffen sind Unternehmen aus der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie, Betreiber Kritischer Infrastruktur, Energieversorger, Logistikunternehmen sowie Organisationen, die für staatliche oder militärische Lieferketten von Bedeutung sind.
Bei klassischen physischen Penetrationstests steht häufig der unberechtigte Zugang zu einem Unternehmensstandort im Mittelpunkt. Ein Penetrationstester versucht beispielsweise, Sicherheitskontrollen zu überwinden, in ein Bürogebäude einzudringen oder Zugriff auf interne Systeme und sensible Informationen zu erhalten.
Ein Angreifer mit Sabotageabsicht verfolgt dagegen ein anderes Ziel. Für ihn kann es bereits ausreichend sein, Zugang zu einem bestimmten Produktionsbereich, einer technischen Anlage oder einer Kritischen Infrastrukturkomponente zu erhalten. Statt möglichst viele Informationen zu sammeln, möchte er möglicherweise gezielt einen einzelnen Prozess beeinträchtigen.
Das verändert auch die Anforderungen an einen physischen Penetrationstest. Die entscheidende Frage lautet dann nicht mehr ausschließlich: Kann eine unbefugte Person in unser Gebäude gelangen? Sondern beispielsweise: Kann eine unbefugte Person unbemerkt bis zu einem für den Betrieb kritischen Ziel gelangen und dort eine Sabotagehandlung durchführen? Genau solche Szenarien können Bestandteil unserer physischen Penetrationstests sein.
Selbstverständlich besteht das Ziel eines solchen Penetrationstests nicht darin, tatsächliche Schäden an Produktionsanlagen, Gebäuden oder Infrastruktur zu verursachen. Stattdessen wird gemeinsam mit dem Auftraggeber vor Beginn des Tests definiert, wann ein Sabotageziel als erfolgreich erreicht gilt. Eine tatsächliche Beschädigung ist dafür in der Regel nicht notwendig. Bereits der nachgewiesene Zugriff auf eine kritische Komponente kann zeigen, dass ein realer Angreifer an dieser Stelle grundsätzlich die Möglichkeit gehabt hätte, Schaden zu verursachen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko realistisch bewerten, ohne Menschen, Anlagen oder den laufenden Betrieb zu gefährden.
Alternativ kann die SySS GmbH einen bestimmten Prozess, eine bestimmte Maschine oder eine bestimmte Produktionsanlage, nachdem sie diese aus eigener Kraft erreicht hat, auch gezielt sabotieren, um den Ernstfall zu proben. In enger Absprache mit dem Auftraggeber wird abgestimmt, auf welche Weise genau die Maschine sabotiert werden kann, um einen Notfall auszulösen, aber nichts nachhaltig zu beschädigen.
Eine klassische Sicherheitsbegehung kann feststellen, ob Türen verschlossen sind, Kameras vorhanden sind oder Besucher einen Ausweis erhalten. Sie beantwortet jedoch nur eingeschränkt die Frage, ob diese Maßnahmen auch gegen einen real handelnden Angreifer funktionieren.
Genau hier liegt der Vorteil eines physischen Penetrationstests mit der SySS, denn wir kennen keine Grenzen – solange sich das Vorgehen mit unserer Social Engineering-Ethik (siehe SySS-Whitepaper, Kapitel 3.3) vereinbaren lässt. Statt einzelne Sicherheitsmaßnahmen isoliert zu betrachten, werden sie unter realistischen Bedingungen als Gesamtsystem geprüft. Dabei kann ein Test verschiedene Angriffswege, Tageszeiten und Vorgehensweisen berücksichtigen. Das Ergebnis ist keine theoretische Einschätzung, sondern eine praktische Antwort auf die Frage: Wie weit würde ein tatsächlicher Angreifer kommen?
Die aktuelle Sicherheitslage zeigt, dass physische Angriffe und Sabotage nicht ausschließlich theoretische Risiken darstellen. Unternehmen sollten deshalb nicht erst nach einem tatsächlichen Vorfall herausfinden, ob ihre bestehenden Sicherheitsmaßnahmen funktionieren.
Im Rahmen unserer physischen Penetrationstests führen wir deshalb auch gezielt Sabotageszenarien durch. Gemeinsam mit dem Auftraggeber definieren wir realistische Angriffsziele und prüfen unter kontrollierten Bedingungen, ob und wie diese durch einen externen Angreifer erreicht werden könnten.
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